Bei einer routinemäßigen Überprüfung durch einen unserer Steuerprofis stellten wir fest, dass die kürzlich von Amazon herausgegebenen Berichte leider fehlerhaft sind.


B2B-Transaktionen enthalten nämlich fälschlicherweise keine Umsatzsteuer-ID des Käufers und das ist für diese Art von Transaktion zwingend erforderlich. Die Folge: einige Berichte konnten nicht eingereicht werden. Wir haben Amazon kontaktiert, in der Hoffnung, dass sie diese Fehler korrigieren werden, haben bis dato aber noch keine Antwort erhalten. Um weitere Unklarheiten zu vermeiden, einen Überblick zu geben und vor allem um zu zeigen, wie es weitergeht, haben wir hier die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zusammengestellt.


In welchem Zeitraum kam es zu diesen Fehlern?

Soweit wir wissen, kam es primär im Juli 2019 zu diesem Problem.

  

Welche Berichte sind betroffen?

Lade die USt.-Transaktionsberichte der letzten 3 Monate (ReportsFBAVAT Transaction Report) von Sellercentral herunter und filtere nach "USt: 0%". Alternativ kannst du auch den Umsatzsteuerbericht von deinem Konto herunterladen (MenuFiles and Reports).


Was ist die Ursache für diesen Fehler?

Die Ursache ist noch nicht bekannt. Es gibt keinen besonderen Grund, der erklären könnte, warum einige Transaktionen betroffen sind und andere nicht.

 

Wie werden sich meine Transaktionen ändern?

B2B-Verkäufe ohne Umsatzsteuer-ID des Käufers werden als B2C-Verkauf gemeldet. Wir werden den gemeldeten Bruttowert verwenden und darauf den Nettowert berechnen. Der Mehrwertsteuersatz wird von dem Mehrwertsteuersatz der Produkte auf dem Konto abgezogen (normal oder reduziert). Das USt.-Land kann aufgrund von Opt-out- und Lieferschwellenregeln zum Bestimmungsland werden.

Für B2C-Verkäufe mit 0% Steuersatz werden wir die Umsatzsteuer entsprechend anpassen.

 

Warum kann die Transaktionen nicht mit 0% USt. eingereicht werden?

Laut Gesetz muss ein B2B-Verkauf eine gültige Umsatzsteuer-ID des Käufers enthalten, die wir in die Umsatzsteuer- und EC-Meldungen aufnehmen müssen. Berichte, die 0% Transaktionen enthalten, können nicht eingereicht werden. Aus diesem Grund wurden einige deiner Berichte bisher nicht eingereicht. 


Wer muss die Strafe für die verspätete Einreichung entrichten? 

Die Behörden zeigen bei solchen Fällen wenig Verständnis. Sie können dir eine Strafe für verspätete Einreichung auferlegen, die du eventuell an Amazon weiterleiten kannst. Eventuell. Achtung: Zwischen hellotax und Amazon besteht kein Vertragsverhältnis und dementsprechend sind uns hier die Hände gebunden.

 

Wer übernimmt die Verantwortung? 

Amazon übernimmt keine rechtliche Verantwortung für steuerliche Probleme und sowohl Amazon, als auch wir von hellotax, sind von den eingehenden Daten abhängig. Deswegen geht es hier nur um die Entscheidungen von Amazon.

 

Wie kann man die auf B2B-Verkäufe (die wir in B2C-Verkäufe umgewandelt haben) gezahlte Mehrwertsteuer zurückfordern?

Wenn Amazon den Fehler für vergangene Transaktionen behebt (z.B. durch Angabe einer Käufer-Umsatzsteuer-ID oder eines korrekten Umsatzsteuersatzes), kannst du das an uns melden, und wir deine neuesten Berichte importieren, um eine Änderung vorzunehmen. 
 

Was passiert, wenn Amazon mir nicht antwortet und der Fehler weiterhin besteht?  

Die Zahlung der Umsatzsteuer auf B2B-Verkäufe kann den gesamten Cashflow beeinträchtigen und ist keine langfristige Lösung. Gemäß Gesetz ist es erforderlich, diese Verkäufe mit Umsatzsteuer zu melden. Wir sind nicht berechtigt, sie auszuschließen oder 0er-Meldung einzureichen. Wenn dieser Fehler weiterhin besteht, müssen wir eine individuelle Lösung ausarbeiten.


Sind andere Dienstleistungen betroffen?

Höchstwahrscheinlich ja. Wenn du eine externe Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware verwendest, solltest du diese genauer prüfen und bei ähnlichen Problemen mit dem jeweiligen Dienstleister sprechen.